Die semantisch-technische Erweiterung des Internets
by hauptbenutzer on August 23, 2010
…und die damit verbundenen Möglichkeiten des Webdesigns
Eine schon ziemlich ausführliche, aber natürlich keineswegs vollständige Zusammenfassung der jüngeren Internetgeschichte.
Einleitung
Das Internet. Unglaubliche Weiten. 2008 meldete Google die Indizierung der billionsten Website[1]. Das ist in etwa die Menge an Tassen Kaffee, die in Deutschland innerhalb des letzten Jahrzehnts konsumiert wurden[2]. Das heißt, es sind viele. Besonders in den vergangenen 20 Jahren ist der Kaffeekonsum im Bereich der digitalen Medien stark gestiegen, denn: „Zum Verwandeln von Koffein in Code benutzt man einen Programmierer.“1 Seit jeher waren die Verantwortlichen hinter den Websites rundliche picklige Linux-Benutzer, die den Tag über schlafen, die Nacht vor dem Rechner verbringen, soziale Kontakte verkommen lassen und sich von Kaffee und Junkfood ernähren. Entgegen diesen Klischees haben sich zumindest die geistigen Gewogenheiten dieser Subjekte fortgepflanzt und das Feld des Designs digitaler Medien hat enormen Zuwachs erfahren[3], der gleichermaßen eine Forderung nach ebenso rascher Weiterentwicklung mit sich brachte, der offensichtlich nicht immer gleich optimal nachgekommen werden konnte. Aus diesem Grund hat sich als einzige weitläufig praktikable Methodik Trial And Error durchgesetzt, wobei besonders der Trial-Teil recht obsessiv betrieben wurde. Häufig wurden Ideen so schnell umgesetzt und durch übermäßige Euphorie gegenüber Neuerungen so rasant populär, dass Kritik an den Praktiken und dem Nutzen, auch in Anbetracht bestmöglicher zukünftiger Erweiterung, sich erst verspätetet breit machte und somit – um etwas konkreter zu werden – für sehr unterschiedliche Niveaus, was Design, Usability und Technology der Websites anging, sorgte. Um diese drei so genannten Buzzwords wird es vordergründig in dieser Ausarbeitung gehen, weshalb sie an dieser Stelle so terminologisch differenziert werden, wie sie innerhalb dieser Arbeit auch gemeint sind.
Design. Am ehesten kommt der gemeinten Bedeutung der Begriff Gestaltung nahe. Obwohl in den letzten Jahrzehten alles mögliche „designt“ und gebeugt wurde[4], geht es tatsächlich um den optischen Auftritt, die pixel-basierte Darstellung einer Website im Viewport.2 Augenmerk liegt auf der Farb- und Formgebung der Seitenelemente, dem Einsatz von Hintergründen oder allgemein von Bildern und natürlich deren Inhalt und Aufmachung. Desweiteren interessiert die typografische Auszeichnung, also Größe, Farbe, Stil und Art der verwendeten Schriften. Zuletzt bleibt das Layout, dem besondere Beachtung zukommt, schließlich ist es augenscheinlich der größte Faktor etwaiger Differenzen, auch in Anbetracht der Einflüsse auf Usability und Technology[5].
Usability. Wörtlich übersetzt „Benutzerfreundlichkeit“. Es geht also im Grunde darum, wie angenehm und komfortabel der Benutzer den Umgang mit der Website empfindet. Es soll sozusagen die User Experience optimiert werden. Dazu gehören hauptsächlich die Interaktion mit dem Benutzer, ein intuitiv verständlicher Websiteaufbau, sowie Flexibilität, was Benutzervorlieben wie z.B. Schriftgröße und gewohnte Zeilenlänge anbelangt. Weil sich auch im Internet der Schwerpunkt von immer mehr Entwicklern und deren Websites in den Dienstleistungsbereich verlagert,3 wird diesem Punkt entsprechend mehr Aufmerksamkeit zugewandt[6].
Technology. Dies ist der am weitesten gefasste Bereich. Hier findet alles Platz, womit der Benutzer beim Besuch einer Website im Idealfall immer nur indirekt in Berührung kommt. Im Vordergrund stehen demnach vor allem Technologien auf Server-, sowie auf Client-Seite, die Vernetzung der Server untereinander und natürlich als wichtigster Ansatzpunkt die Anbindung des Benutzers an das Internet. Die Technologie ist somit, wie man sich leicht denken kann, von den betrachteten Feldern das, das die anderen beiden mit am stärksten beeinflusst.
Die Problematik sollte allein durch diese knappen Ausführungen deutlich geworden sein. Verändert sich eins dieser Felder durch exogenen Einfluss, bedeutet das nötiger Weise auch eine Anpassung, zumindest aber eine Veränderung der anderen beiden Felder; erhöht sich die Rechenleistung, können performance-intensivere Designelemente benutzt werden. Wird eine Designtechnik übermäßig häufig benutzt, muss über eine standardisierte Implementierung in einer entsprechenden Internettechnologie nachgedacht werden[7]. Diese Geschehnisse und Beeinflussungen untereinander und die Fehltritte, die dabei durchaus ebenfalls auftraten, sind es, die hier im zeitlichen Rahmen ab 1996 dargestellt und erklärt werden sollen, auch um schließlich eine Aussage über mögliche zukünftige Entwicklungen treffen zu können.

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